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Klinikclowns im Kreis Steinfurt e.V.

„Heute ist ein Blockflöten-Tag!“

Klinikclownin und Bewohnerin verbindet ein besonderes Hobby

„Heute ist ein Blockflöten-Tag!“

Beate Guldenhöven und Clownin „Mikoscha“ genießen ihren „Blockflötentag“ – denn der ist nicht jedes Mal möglich.

Lengerich. Clownin „Mikoscha“ und Beate Guldenhöven haben sich bei den regelmäßigen Besuchen der Klinikclowns im LWL-Pflegezentrum Lengerich kennengelernt, einer Pflegeeinrichtung für Menschen mit chronischen psychiatrischen und gerontopsychiatrischen Erkrankungen, Suchterkrankungen und geistigen Behinderungen. Jedes Mal ist es ein freudiges Wiedersehen: „Beate habe ich sofort ins Herz geschlossen“, sagt „Mikoscha“. „Mit der Zeit lernt man bei solchen Begegnungen auch die Hobbys und Vorlieben der Bewohner kennen. Und eher zufällig erzählte Beate eines Tages, dass sie gerne Blockflöte spielt, genau wie ich.“

Schon früh wurde deutlich, dass „Mikoscha“ und Beate gerne lachen – und das auch viel. Durch die regelmäßigen Besuche lernten sie einander immer besser kennen; mit der Zeit wurden die Gespräche persönlicher: über Familie, über Gefühle und darüber, wie es einem gerade geht. Denn die Clownsvisiten sind nicht immer nur witzig und spaßig: „Mikoscha“ kommt auch zum Trösten, zum Zuhören und hilft dabei, schwere Situationen ein Stück leichter zu machen – sodass am Ende oft doch ein Schmunzeln oder ein erleichtertes Lachen bleibt.

Wenn es ein guter Tag ist und Beate sagt: „Mensch, heute ist ein Blockflötentag“, dann packen die beiden ihre Flöten aus – das zelebrieren sie: „Oft kommt es gar nicht sofort zum Spielen. Allein der Weg dorthin ist schon etwas Besonderes: Wir schlagen unsere gemeinsamen Notenbücher auf, erzählen zwischendurch Privates oder Beate berichtet von etwas, das sie gerade erlebt hat. Und dabei haben wir einfach Spaß“, erzählt die Clownin. Schon früher hat sie sehr gerne Blockflöte gespielt, hatte sie aber fast vierzig Jahre lang nicht mehr ausgepackt. Zur großen Freude von Beate begann „Mikoscha“ wieder zu üben, damit sie gemeinsam spielen konnten.

Das Blockflötenspielen wird manchmal zu einem richtigen Ereignis – aber nicht immer: „Es entscheidet der Moment bei den Besuchen, was sich gerade richtig anfühlt und was entstehen darf“, so „Mikoscha“. Doch eines bleibt: Das Blockflötenspielen verbindet. Ganz besonders dann, wenn die Clownin trotz Übens mal wieder nicht so richtig klarkommt. Dann hat Beate große Freude daran, ihr etwas beizubringen. Denn Beate spielt die Blockflöte deutlich besser als „Mikoscha“.

„Aber genau das sind diese kleinen Dinge, diese Feinheiten, diese echten Herz-zu-Herz-Begegnungen“, sagt die Clownin. Denn eigentlich geht es gar nicht um die Blockflöte: Es geht um die Verbindung, die entsteht. Um die Herzensbotschaft. „Ich sage dann oft zu Beate: ‚Mein Herz macht vor Freude einen Salto, wenn wir uns sehen.‘ Und das ist authentisch. Das ist nicht gespielt. Das ist echte Freude, echtes Wohlfühlen – manchmal sogar ein bisschen wie Nach-Hause-Kommen“, erzählt „Mikoscha“.

Die Verbindung der zwei ist sehr innig. „Wenn Beate mich in den Arm nimmt und sagt: ‚Ich könnte dich die ganze Zeit einfach nur knuddeln, so lieb hab ich dich‘, dann wird auch mir ganz warm ums Herz“, so die Clownin. Gerade auf lange Sicht, durch das regelmäßige Wiedersehen, entsteht da etwas sehr Wertvolles. Etwas Wunderbares.