„Lillifee zwei kann ich mir nicht merken“
Klinikclowns unterstützen rheumatisch erkrankte Kinder und Jugendliche

Mit „Lillifee“ und „Lulu“ haben „Mimo“ und Isabell viel Spaß – für einige Augenblicke kann ihnen das Rheuma gestohlen bleiben.
Sendenhorst. Clown „Mimo“ besucht zusammen mit seiner Clownsfreundin „Mimi“ zweimal im Monat die Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie im St. Josef-Stift in Sendenhorst. Wenn sie in der Klinik ankommen, können sie die Kinder und Eltern oft schon aus dem Spielzimmer heraus sehen – so auch an diesem Tag.
Isabell ist drei Jahre alt und rheumatologisch an den Knien erkrankt. Ihre Mutter erzählt, wie ihre Tochter „Mimo“ draußen entdeckt hat, wie er seinen gelben Koffer schwingend trug. Schon schwingt er den Koffer hin und her und fragt: „So? Oder mehr?“, und der Koffer schwingt kurzerhand um den eigenen Arm. Da ruft Isabell: „Nicht so hoch, sonst fliegt der gegen das Fenster!“
Während ihre Mutter aus den letzten Wochen erzählt, malt Isabell ein Bild. Dann schaut sie „Mimo“ mit lächelndem Gesicht und „großem Herzen“ an. „Das ist für dich, Mimo“, sagt sie. „Wow, vielen Dank“, antwortet der Clown und verstaut das Bild behutsam ohne Knicke in seinem Koffer.
Nachdem „Mimi“ und „Mimo“ andere Kinder in ihren Zimmern besucht haben, treffen sie Isabell wieder im Spielzimmer. Dort spielt sie gerade mit ihrem Stofftier, einem Einhorn. „Mimo“ hat heute in seinem Koffer auch ein Einhorn dabei. „Meins heißt Lillifee“, sagt Isabell. „Meins hat noch keinen Namen“, sagt „Mimo“ und fragt: „Weißt du einen Isabell?“ „Lillifee zwei“, antwortet Isabell. „Das ist ein langer Name, den kann ich mir nicht merken“, entgegnet der Clown. „Mmm, Lulu“, überlegt Isabell. „Ja, Lulu ist gut“, zeigt sich der Clown zufrieden und schon geht ein Spiel mit den Stofftieren los.
Die beiden rennen durch das Spielzimmer und klettern schließlich auf das Spielgerüst mit den weichen Matten. Als sie oben angekommen sind, macht „Mimi“ von unten ein Foto. Da fällt „Mimo“ und Isabell ein, dass Einhörner fliegen können. Der Clown steigt vom Spielgerüst und die Einhörner „fliegen“ abwechselnd von Hand zu Hand: Isabell und er werfen einander die Stofftiere zu.
Isabell kennt die beiden Clowns schon länger. Nicht immer sind sie da, wenn sie in die Klinik kommt. Dann vermisst sie sie. Da die Kinder immer wieder in die Klinik in Sendenhorst kommen, begleiten die Clowns sie oft über Jahre, sehen sie wachsen und älter werden. Rheuma ist besonders für Kinder eine starke Einschränkung, weil ihr natürlicher Bewegungsdrang Spielen, Rennen und Toben geradezu verlangt. Und auch Eltern belastet es, wenn ihr Kind Schmerzen hat bei Aktivitäten, die für andere Kinder selbstverständlich sind. Mit den Klinikclowns kommt eine Leichtigkeit in die Klinik, die Kindern wie Eltern guttut.
Für Isabell endet der Clownsbesuch an diesem Tag. Die Clowns verabschieden sich mit besten Wünschen und fröhlichem Winken.


